Checklisten

Hier finden Sie Checklisten zum Thema Konkubinat:

Altersvorsorge, Erbrecht und Steuern beim Konkubinat

Für Konkubinatspartner gelten vor allem bei der Vorsorge und im Erbrecht andere Regeln als für Ehepaare, nämlich:

Vorsorge

AHV/IV/EO (1. Säule)

  • Grundsatz
    • Einzelpersonen-Stellung jeden Konkubinatspartners
  • Keine Erwerbstätigkeit eines Partners
    • Partnerin kann bei Kinderbetreuung kein AHV-Guthaben äufnen (Altersarmut-Risiko bei nicht erwerbstätigen Konkubinatspartnern)
    • Prüfung, ob der nichterwerbstätige Partner – mit oder Beiträge des erwerbstätigen Partners – die AHV-Beitragslücken füllt
  • Trennung des Konkubinatspaares
    • Keine Aufteilung des angesammelten AHV-Kapitals
    • Jeder Partner hat nur Anspruch auf Kapitalgutschriften aus der eigenen Tätigkeit
  • Konkubinatspaare in Rente
    • Besserstellung gegenüber Verheiratetem Paar, da Anspruch auf 2 unplafonierte Renten
  • Tod eines Partners
    • Kein Anspruch auf Witwen- bzw. Witwerrente

BVG (2. Säule)

  • Grundsatz
    • Bezüglich der Konkubinatspartnern gilt – im Gegensatz zur Begünstigung von Ehepartnern – der Grundsatz der Freiwilligkeit von Renten- oder Kapitalleistungen
    • Massgeblichkeit des Reglements der Pensionskasse (PK)
  • Trennung des Konkubinatspaares
    • Keine Aufteilung der Pensionskassen-Gutschriften
  • Tod des versicherten Partners
    • Lebzeitige Erkundigungsempfehlung und lebzeitige Begünstigungserklärung
      • Jeder Konkubinatspartner sollte bei seiner PK abklären, ob Konkubinatspartner automatisch – wie Ehegatten – zu den Begünstigten zählen und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen (zB Partnerschaftsdauer min. 5 Jahre) oder, ob für eine Begünstigung eine Erklärung einzureichen ist
      • Erklärung des versicherten Partners an seine PK, dass der Konkubinatspartner (Vorname / Name) als Begünstigter vorzumerken sei
    • Nach Eintritt des Todesfalles
      • Dokumentierungspflicht des überlebenden Konkubinatspartners gegenüber der Pensionskasse des verstorbenen Partners
      • Auszahlung der Versicherungsleistung erst nach Dokumentierung bzw. Anerkennung
    • Unfallversicherung
      • Es gelten ähnliche Prinzipien wie bei Pensionskassen; auch hier die Abklärung empfohlen
        • Sichtung der Unfallversicherungspolice oder
        • Rückfrage beim Unfallversicherer

Freiwillige Vorsorge (Säule 3a und 3b)

  • Grundsatz
    • Partner haben keine Ansprüche auf die gegenseitigen Konten
    • Laut Gesetz kommen an erster Stelle die Ehegatten und an zweiter die Nachkommen bzw. auf entsprechende Erklärung hin Konkubinatspartner
    • Voraussetzungen
      • 5-jährige Dauer der Lebensgemeinschaft oder
      • Gemeinsame Kinder des Konkubinatspaares
    • Bankreglemente und Versicherungspolicen sehen in der Regel nur Ehegatten und Nachkommen als Begünstigte vor
  • Begünstigten-Erklärung oder besser testamentarische oder erbvertragliche Begünstigung
    • Begünstigungs-Mitteilung an die Bank bzw. den Versicherung, unter Aufforderung, die Vormerknahme zu bestätigen

Erbrecht

Grundsatz

  • Ohne letztwillige Begünstigungen gehen Konkubinatspartner leer aus; es würde die gesetzliche Erbfolge eintreten, wo Nachkommen, Eltern, Geschwister usw. in der Parentelenfolge erben würden

Begünstigungsmittel

  • Erbeinsetzung, soweit keine Pflichtteile bestehen
    • Ausnahme: Erbverzicht der Pflichtteilserben (zB Eltern)
  • Vermächtnis
    • Erben sind zur Ausrichtung verpflichtet (gewöhnliche Schuldpflicht); je nach Situation unzweckmässig
  • Teilungsbestimmung
    • Teilungsvorrecht zugunsten des überlebenden Konkubinatspartners
  • Auflagen und Bedingungen oder Testamentsvollstrecker-Ernennung
    • zur Sicherstellung der Umsetzung des Erblasserwillens

Alternative: (lebzeitige) Schenkung

Alternative: Wohnrecht

Alternative: Nutzniessung

Alternative: Todesfallrisiko-Lebensversicherungen

Steuern

Einkommens- und Vermögenssteuern

  • Konkubinatspaare sind bei den Einkommens- und Vermögenssteuern bessergestellt als Ehepaare

Erbschafts- und Schenkungssteuern

  • Konkubinatspaare sind in den meisten Kantonen bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer im Nachteil (im Gegensatz zu Ehegatten keine Steuerbefreiung, sondern höchste Progressionsstufe; Ausnahme: Kanton Schwyz, der keine Erbschafts- und Schenkungssteuer kennt)

PS:

Aus Sicht der Lebenspartner-Absicherung – vor allem wenn sich ein Partner ausschliesslich der Kindererziehung widmet – ist und bleibt eine Heirat die „einfachste Lösung“!

Teils hohe Erbschaftssteuern für Konkubinatspartner

Im Gegensatz zu Ehepartnern und zu eingetragenen Partnern sind Konkubinatspaare in vielen Kantonen nicht von der Erbschafts- und Schenkungssteuer befreit (Ausnahme: Kanton Schwyz, der keine Erbschafts- und Schenkungssteuer kennt):

Der nachfolgende Überblick gibt Aufschluss über die Erbschafts- und Schenkungssteuerbelastung der Konkubinatspaare in den Schweizer Kantonen:

 

Drucken / Weiterempfehlen: